Die Aufbahrung erleichtert die Abschiednahme und anschließende Trauerbewältigung

Gestalten Sie die letzte Reise des Verstorbenen aktiv mit und holen Sie ihn nach Hause

Die Aufbahrung hilft den Angehörigen die Trauer und den Verlust des Verstorbenen zu verarbeiten und zu bewältigen. Sie dient auch der ganz persönlichen Verabschiedung durch die Familienmitglieder, Bekannte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Weggefährten etc. Es ist die letzte Möglichkeit für die Angehörigen den Verstorbenen auf seine letzte Reise zu schicken, Lebe wohl zu sagen, Unausgesprochenes, Unstimmigkeiten oder Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

SargDer Verstorbene wird angekleidet, auch auf Wunsch in eigenen Sachen, und in den Sarg eingebettet. Es können auch persönliche Dinge des Verstorbenen mit in den Sarg gelegt werden. Der Sarg ist geöffnet oder geschlossen, hinter einer Scheibe, oder man sitzt direkt davor. Die Aufbahrung kann musikalisch untermalt und oder mit Blumen oder persönlichen Gegenständen ausgeschmückt werden.

In Thüringen darf der Verstorbene zu Hause bis zu zwei Tage aufgebahrt werden - in Abhängigkeit der gesundheitlichen Bestimmungen. Das Gesundheitsamt kann im Einzellfall die genannten Fristen verlängern oder verkürzen. Weitere gesetzliche Vorgaben erhalten Sie bei Bestattungspflicht.

Wir möchten Sie animieren und auffordern, ganz bewusst die letzte Reise verstorbener Familienmitglieder zu Hause zu gestalten. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, sind wir oft hilflos und verwirrt. Wir wissen nicht, wie wir uns nun verhalten sollen. Wir reagieren automatisch und möchten so schnell wie möglich, "die Dinge auf die Reihe bringen". Häufig lassen wir den Verstorbenen vom Bestatter abholen, sobald der Arzt die Todesbescheinigung ausgestellt hat. Wenn wir nun aber den Mut haben, den Verstorbenen länger im Verwandten- und Freundeskreis zu behalten und ihn zu Hause noch eine Weile aufbahren, ermöglichen wir uns einen sanfteren Übergang in die Zeit ohne den Verstorbenen.

Den meisten von uns fehlen heute Kenntnisse oder Beispiele einer Aufbahrung zu Hause. Eine Totenwache z. B. wie sie früher üblich war, wird kaum mehr abgehalten. Wir wissen nicht, wie wir die Zeit, nachdem der Tod eingetreten ist, in einer Art und Weise aktiv mitgestalten, die auch zu uns und der Beziehung, die wir mit dem Verstorbenen hatten passt. Im Prinzip ist in jedem Raum eine Aufbahrung möglich. Für die Zeit der Aufbahrung sollte dieser Raum nicht für andere Zwecke genutzt werden. So besteht also die Möglichkeit den Verstorbenen, z. B. im eigenen Bett oder auf dem Sofa aufzubahren.
Man kann auch den Bestatter schon vor der Überführung informieren und sich einen Sarg bringen lassen. Den Verstorbenen selbst versorgen: waschen, Haare kämmen, eigene Sachen ankleiden, das vertraute Kissen oder den Sarg mit der gewohnten Bettwäsche auskleiden.

Durch die Abschiednahme zu Hause sowie das intensive Versorgen des Verstorbenen durch seine Angehörigen begreifen wir den Tod erst richtig. Die Nähe zum Verstorbenen, das Anfassen oder Küssen, bringt uns die Erkenntnis, dass der Tod zum Leben gehört. Wenn wir diese Erfahrungen erleben dürfen, hilft es uns, die Trauer richtig zu verarbeiten. Dann finden die Angehörigen leichter auf ihren Lebensweg zurück.

Natürlich können Sie die Aufbahrung oder Trauerfeier auch in unserer Trauerhalle durchführen.